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Rocken im Park

Donnerstagnachmittag Anfang Juni: Meine kleine Schwester, zwei ihrer Freundinnen und ich sitzen, sehr viel später als geplant, im Auto in Richtung Nürnberg Messe. Endlich, nachdem wir mehr oder weniger große Probleme in den Tagen zuvor gemeistert haben, steht meinem ersten „richtigen“ Festival nichts mehr im Wege. 4 Tage und 3 Nächte Musik und Zelten, mitten in Nürnberg, was soll da schon schief gehen?

Ich werde nicht auf die Acts und so weiter eingehen, es hat mega Spaß gemacht, aber ich habe weder Bilder, noch Aufnahmen vor den Bühnen gemacht (Momente genießen, kaputter Handy Akku und so ;)). Aber Aligatoah hatte eine geniale Bühnenshow, Billy Talent war so gut wie immer, ich hab die Red Hot Chili Peppers gesehen, und der Frontmann von Panic! at the Disco schaut in echt noch schöner aus.

Ich Packe meinen Koffer / Tasche

Die große Frage die sich natürlich vor jedem Übernacht-Weg-Sein stellt ist ja „Was nehme ich mit?“, dieses Mal gepaart mit der Frage „Wie bitte soll ich das alles Verstauen?“. Denn die Wettervorhersagen haben sich alle 5 Minuten geändert, mal hieß es es wird heiß, mal sollte es kalt werden, mal sollte es trocken sein, und mal, wie es dann am Ende auch war, sollte es regnen.
Zusätzlich zu den Klamotten musste ja auch der ganze Diakram mitgenommen und sicher verstaut werden. Mitnehmen ins Zelt ist ja kein Problem, aber einen Rucksack oder eine Umhängetasche wollte ich nicht zu den Bühnen mitnehmen, somit habe ich nach langer Suche eine dieser sexy Bauchtaschen gekauft😉


Zelten in der freien Natur?

Durch mehrere unglückliche Umstände konnte ich nicht wie geplant mit Freunden zelten, sondern schloss mich der Gruppe meiner kleinen Schwester an. Es hat viel Spaß mit den Leuten gemacht, aber ich habe teilweise den Altersunterschied von 3-5 Jahren gespürt. Von einer Freundin meiner Schwester habe ich eine Packung Maoam als Dankeschön fürs Fahren bekommen, perfekte Hypo-Helfer-Ergänzung also, wenn auch natürlich nicht so angedacht. Ein paar Mädels haben dann auch mal nachgefragt, wie das so läuft, mit Typ 1, und haben mich am letzten Tag auch mit Saft versorgt.

Natürlich zeltet man bei Rock im Park nicht in der freien Natur, sondern in einem Park mit ein paar Tausend anderen Leuten, mit allen Vor- und Nachteilen. Der Vorteil war, dass es auf dem Zeltplatz nie langweilig wurde, der Nachteil war, dass unser Zelt 1,5 Kilometer von den Bühnen weg war, was zirka eine halbe Stunde Fußmarsch pro Gang ausmachte. Der Vorteil ist, dass man so eng aufeinander sitzt, dass man sich nie alleine fühlt. Der Nachteil daran ist, dass man so eng aufeinander sitzt, dass man nie seine Ruhe hat.

 
Wie man einen (fast) unsichtbaren Begleiter mit aufs Gelände bekommt…

Die größten Sorgen habe ich mir im Vorherein über den Einlass gemacht, es gab genügend Zeitungsberichte darüber, dass die Kontrollen dieses Jahr sehr scharf sein sollten, und Jeder gründlich durchsucht werden sollte. Naja, dass das nicht so der Fall war konnte man bei bestimmten Acts immer wieder sehen, als Bengalos in der Menge gezündet wurden…
Von Donnerstag bis Sonntag nahm die Schärfe der Kontrolle langsam aber sicher zu. Angefangen bei „Du bist cool, dich brauche ich nicht zu durchsuchen, klatsch ein“ war man am Sonntag bei „Schlüpf aus deinen Schuhen, damit du nichts in denen Stiefeln einschmuggelst“.
Es gab genügend Kontolleure bei deren Blicken allein ich schon nervös wurde, denn neben meinem Pen hatte ich immer eine Einmalspritze dabei, die aber immer übersehen wurde (?!).
Länger hat es wegen dem Diakrams also nie gedauert, und Nachfragen gab es auch nie, meinen Ausweis hatte ich also Umsonst dabei😉 Wobei eine nette Kontrolleurin hat meine Tasche aufgemacht, sich den Pen gesehen, mich angeschaut und mich durchgewunken „Da muss ich nicht weiter wühlen, da sind eh genügend spitze Gegenstände drin“.

 

… und versucht diesen unter Kontrolle zuhalten

Das Wochenende fiel genau in das Motivationstief, aus dem ich mich immer noch langsam rauskämpfe, denn seit ein paar Wochen fällt es mir ein bisschen schwer genau und immer gleich zu bolen. Leider habe ich es bei RiP nicht anders gemacht, und habe nur Pi mal Daumen geschätzt und extrem viel dazwischen gegessen. Und trotzdem hatte ich bis Samstagabend super Werte, die so rätselhaft gut waren, dass ich mich auch nicht getraut habe einen Tropfen Alkohol anzurühren. Was sicherlich auch an den Wegstrecken gelegen hat, die ich zurückgelegt habe.
Samstagabend änderte sich das aber dann auch, zwar bin ich noch mit 153 schlafen gegangen, am nächsten Morgen bin ich dann aber auch schon mit 220 aufgewacht, und der Tag wurde nicht besser, aus einer „vorsichtigen“ Korrektur wurde eine Maoam-Saft-Party im Parkhaus beim Auto beladen. Aus einem gewissenhaft geschätzten Essen eine Katastrophe. Ich konnte korrigieren wie ich wollte, in den grünen Bereich bin ich erst am nächsten Tag zuhause gekommen.

Wenn man aber seinen Dia gewissenhaft managen „möchte“, dann ist das auch nicht viel schwieriger als außerhalb des Festival-Geländes (also örtlich gesehen). Vor den Bühnen hatte man fast immer genug Platz, Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Genug Raum zum Messen hatte man immer, gebolt habe ich aber trotzdem lieber am Rand.
Vor der Mainstage habe ich eine große Nadelschutzkappe auf dem Boden entdeckt und auf den Wegen 1-2 Messstreifen gesehen, worüber ich mich auch ein kleines bisschen gefreut habe. Wir sind überall!

Und nächstes Jahr…

…werde ich wahrscheinlich wieder im Park rocken,
dann aber auch beim Green Camping und mit warmen Dosen Ravioli😉 Und vielleicht mache ich auch meinen Vorsatz wahr und frage bei den Sanis nach, ob ich meinen Insulin-Vorrat bei ihnen Lagern darf.

RIP Dracula

Da liegt er jetzt auf dem Schreibtisch, funktionsunfähig. Mein treuer Begleiter der letzten 15 Monaten hat über Nacht den Geist aufgegeben. Er will einfach nicht mehr Blutsaugen. Anscheinend ist er jetzt nach 2287 Messungen satt (WAAAAAAAS so viele?!). Und heute früh war’s dann aus, die Teststreifen werden einfach nicht mehr erkannt, obwohl beim schlafen gehen noch alles ohne Probleme funktioniert hat. Ich kann mich auf den Kopf stellen und am Streifen rütteln wie ich will, es geht einfach nicht.

Ich kann mich noch gut erinnern an den Tag als ich ihn ausgesucht habe und nur nach dem Design gegangen bin, und die gewisse Vorfreude mein Messgerät das erste Mal auszuprobieren (ja, ich weiß ein Messgerät, aber ich MUSS einfach alles das ich neu habe sofort ausprobieren, egal was es ist).
Nach wenigen Wochen wurde er auch auf den Namen Dracula getauft, das Gerät das hungrig mein Blut saugt. Und nur wenigen Leuten ist auf den ersten Blick aufgefallen, dass es sich bei Dracula um ein Blutzuckermessgerät handelt und nicht um einen USB-Stick.
Sogar ein neues Gewand habe ich Dracu spendiert, mit modischen Schnurrbärten.

Senitmentalitäts-Quatsch auf Seite, nervig war das Ganze heute Morgen schon, denn irgendwie musste ein Ersatz her. Natürlich habe ich kein gleiches Ersatzgerät zu Hause (Wobei es schon seit Wochen auf der „Das-brauch-ich-unbedingt-mal Liste“ steht). Aber Glücklicherweise benutze ich das Lesegerät vom Libre fürs joggen, und für dieses habe ich noch eine ganze Packung Teststreifen zuhause. Aber wie es das Schicksal so will, ging das heute früh auch nicht, da sich das Ding auch ohne Benutzung selbst entläd. Super! Wenn was passiert, dann natürlich alles zusammen…

Dadurch, dass Dracula den Geist aufgegeben habe, werde ich jetzt doch mal das Aviva Connect testen, und schauen ob ich da wirklich noch fauler bei der Dokumentation werden kann, als ich jetzt eh schon bin. Denn im Gegensatz zu einen Contour USB kann man das Aviva im Internet kostenlos bestellen.
Morgen werde ich mal beim Hersteller anrufen und fragen ob sie mir Dracu ersetzen, wenn nicht, dann nehme ich halt das „normale“ Contour, um die Teststreifen zu verbrauchen die ich noch habe. Denn in den nächsten 2 Wochen habe ich nicht wirklich Zeit mal schnell beim Doc vorbei zufahren und ein neues Messgerät zu holen….

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Was mich an der „Diabetes-Berichterstattung“ stört

Heute ist Weltgesundheitstag, und das Motto der WHO ist Beat Diabetes, und somit bekommt „die“ Krankheit Diabetes viel mediale Aufmerksamkeit. Große und kleine Zeitungen und online Magazine berichten, von der Tagesschau, zum Spiegel, oder dem Guardian, auch die Lokal Zeitungen posten (zumindest) kleine Artikel oder Interviews.
Was alle Artikel gemeinsam haben: die Nachricht, dass die Zahl der Diabetes Erkrankungen weiter zunimmt.

Liest man ein bisschen weiter als nur bis zur Überschrift oder zur Einleitung, stellt man fest, dass meistens doch irgendwo in einem Nebensatz zwischen Typ 2 und Typ 1 (der Unaufhaltbare) unterschieden wird. Was in meinen Augen auch völlig legitim ist, Fakt ist ja nun mal das die Zahl der Typ 2 Erkrankungen stark zunimmt, und der Typ 1 nur 5% aller Diabetes Erkrankungen ausmacht. Und Typ 3 wird so gut wie gar nicht benannt (vielleicht googelt aber auch jemand die fehlenden 5%).

Muss in einem Artikel über Diabetes Typ 2 über Typ 1 aufgeklärt werden?

Ich glaube nicht, solange im Text erwähnt wird, dass es sich um Typ 2 dreht, und das wird es meistens. Klar können wir uns jetzt darüber streiten, ob das in der Überschrift erwähnt werden muss oder nicht.
Aber wenn wir verlangen das „beide“ Typen beschrieben werden, dann müssen wir das doch auch für „den“ Typ 3, oder nicht?
Ein Muss bei der Berichterstattung in meinen Augen ist, den Typen klar zu erwähnen und nicht komplett unter den Tisch fallen zu lassen (Das stört mich auch übrigens bei der Seite der WHO über deren Kampagne), dazu muss ich aber nicht auch die anderen Diabetes Typen erklären.
Die Sache sieht natürlich ganz anders aus, wenn Fakten vermischt werden, und für einen „Laien“ nicht erkenntlich ist, dass hier über jeden Typ berichtet wird.

Die Sache mit den Beitragsbildern ist die, die mich aufregt

Denn hier werden meistens jene Fakten vermischt. Oft werden entweder Zuckerwürfel oder Backwaren mit süßer Glasur abgebildet, oder ein Pen/eine Insulinspritze. Da fehlt nicht viel dazu, dass im Kopf die Verbindung Zucker = Diabetes = Insulin spritzen entsteht.
Ein Typ 2 Diabetiker fängt selten sofort an Insulin zu spritzen, im Gegensatz zum Typ 1er. Trotzdem scheint eine Nadel ein das bessere Bild für einen Typ 2 Diabetes zu sein.

Warum nimmt man kein Blutzuckermessgerät als Bild, oder macht es so wie der Guardian und bildet Pillen ab (was glaub ich, zumindest am Anfang, eher der Realität entspricht)?
Stattdessen wird sich lieber am Stereotyp Zucker bedient, denn Zucker ist bekanntlich der Auslöser für die Zuckerkrankheit, oder etwa nicht? Und auch ein Bild mit einer Nadel schaut dramatischer aus, als nur eine Pillenschachtel, und es gibt ja auch den Diabetes mit Nadeln…

 

Der einzige Ausweg ist Aufklärung

Und zwar im Umfeld. Wenn jemand blöd  schaut, wenn er ein Blutzuckermessgerät sieht, dann erklärt ihm, warum man selbst gerade das macht. Wenn ein entsetztes Gesicht beim Insulinspritzen macht, nutzt die Chance. Menschen sind doch von Natur aus Neugierig, und diese Neugierde sollte man sich zu Nutzen machen.
Der falsche Weg ist auf jeden Fall sich darüber aufzuregen, den Gegenüber anzupflaumen. In den letzten 14 Monaten habe ich sehr oft erklärt, was Diabetes Typ1 ist, einen blöden Spruch danach habe ich nie wieder von demjenigen gehört.
Denn wenn ich zurück denke, war für mich vor 16 Monaten auch Diabetes „= zu viel Zucker =selbst schuld“. Wer nicht mit einem Thema konfrontiert ist, oder sich dafür interessiert, der kann über dieses Thema auch nicht bescheid wissen.

Mäppla

Kunterbunter Diabetesmix

diabetes-blog-wocheMit reichlich Verspätung reiche ich meinen Beitrag zur Diabetesblogwoche nach, dieses Mal mit dem Thema „Bunte Ostern – Wie verschönert ihr Eure Diabetes Devices“. Vielen Dank an dieser Stelle an Ilka, Finn und Sascha für die tolle Idee und das Organisieren der Blogwoche(n). Die Beiträge der anderen Blogger könnt ihr wie immer auf der Seite der Diabetes Blog Woche nachschauen.


Schon als ich in Bad Mergentheim war, war mir klar, dass ich nieeeeemals mit den langweilig grauen oder schwarzen Taschen rumlaufen möchten, denn nichts lässt den Diabetes so nach schlimmer (alte Leute) Krankheit ausschauen, wie die Standartmäppchen. Also gab‘s am ersten Tag zuhause auch gleich eine Tasche von meiner Mama (über die und deren Inhalt ich schon mal im letzten Juni berichtet hab). In den letzten 8 Monaten ist es ein kleines bisschen Bunter bei mir geworden:

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1 Jahr Header

1 Jahr Diabetes: Was nicht passiert ist

Seit einem Jahr und einem Monat gehöre ich zum Club der Monsterzähmer, gefeiert oder besonders begangen habe ich den Tag nicht, trotzdem habe ich natürlich besonders an diesen Tag gedacht und mich an so manche Gedanken und Ängste erinnert, die sich jetzt nach einem Jahr als übertrieben und unbegründet herausgestellt haben.

Anstatt zurück zuschauen, was ich in diesem Jahr erlebt habe, schaue ich auf die größten Ängste zurück, die ich die ersten Tage im Krankenhaus hatte, als mir der nette Oberarzt mehrmals sagte, dass mein Leben sich jetzt radikal ändern würde (Übrigens: Ich warte bis heute auf diese radikale Veränderung…)

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Baby, it’s cold outside!

 

Und zwar so richtig! Ja, ok es ist Winter, und ich freue mich sogar so ein bisschen über den Schnee. Würden die Klausuren nicht anstehen, wäre ich sicherlich auch schon Schlitten gefahren, was ich letztes Jahr durch den Schneemangel nicht konnte, aber das ist wieder ein anderes Thema.

Bei der Kälte wollen Insulin und Teststreifen gewärmt werden, und auch Dracula freut sich eher über einen Platz in der Jackeninnentasche als im Rucksack.
Aber nicht nur dem Dia-Kram setzt die Kälte zu sondern meinem Auto, und dessen Inhalt.

Bei -10°C spinnt nicht nur die Zentralveriegelung (und es öffnet sich, anstatt der Türen, das Dachfenster…) sondern auch Wasser gefriert. Na klar!
Außerdem gefriert nicht nur das Wasser in der PET-Flasche, die immer im Fußraum auf der Beifahrerseite liegt, sondern auch die Packungen Notfallsaft im Handschuhfach.
Auch die Gummibärchen und Maoam sind steinhart, und müssten im Fall der Fälle erst mal aufgetaut werden, sollte die Hypo vor Fahrtantritt zuschlagen.

Das alles wäre mir gar nicht aufgefallen, wenn das Auto nicht gestreikt hätte und ich nicht die Bedienungsanleitung verzweifelt nach dem Punkt „Zentralveriegelung macht was sie will“ hätte durchsuchen müssen. War das vielleicht eiskalt vom Auto so geplant, damit mir die gefrorene Saftpackung (wortwörtlich) Hände fällt?

Die Flasche zum Vergleich. Die Saftpackung war doch eher hart😉

Wie heißt es so schön: Hätte, hätte Fahrradkette. Also bleibt im Winter doch nur noch der Traubenzucker als ständige Notversorgung im Auto, der gefriert hoffentlich nicht.